Quotations

On this page, I will publish some of my favourite quotations from famous and maybe also not so famous persons. I hope you will like them as well or they just get you thinking ;)

I will publish the quotations only as I found them from the sources. That means that I am not going to translate them, not to change the message by mistake.


(Foto: Harald Krichel - Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0)
(Foto: Harald Krichel - Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0)

Ilija Trojanow: "Offensichtlich [...] bekommt man das in die Wiege gelegt, eine gewisse Form der Neugier. Was natürlich immens hilft ist Sprache. Sprache ist ja Ermächtigung schlechthin. Jede Sprache, die man lernt, öffnet einem ja wirklich eine neue Welt, und zwar nicht im profanen Sinne, dass man verschiedene Landschaften durchstreifen kann, sondern tatsächlich auch Denkwelten, Mentalitätsräume. Wenn man mehrere Sprachen mehr oder weniger fließend, um nicht zu sagen perfekt beherrscht, dann heißt das aber auch, dass jede dieser Welten in der anderen kritisch gespiegelt wird. So, glaube ich, verfällt man nie in diese Hybris zu glauben, dass eine bestimmte Form der Wahrnehmung oder eine bestimmte Form des Lebens die richtige oder sogar die allein glücklich machende sein könnte."

 

(on the question: "In Ihrem ersten Buch über Mythos und Alltag Ostafrikas, da haben Sie geschildert - ich zitiere mal wörtlich -, wie sich Ihr anfängliches Befremden in Interesse und Zuneigung für Ihre neue Heimat Kenia verwandelt habe. Was hat Ihnen bei dieser Verwandlung geholfen? Was hilft dabei, dass aus Befremden Interesse und Zuneigung wird?", source: Interview from Deutschlandfunk. January 2016)


https://en.wikipedia.org/w/index.php?curid=6991493
https://en.wikipedia.org/w/index.php?curid=6991493

Gaito Gasdanow, from his novel "An Evening with Claire":

„Höre mich an“, sagte Witali indessen. „Du wirst in allernächster Zukunft viel Garstiges zu Gesicht bekommen. Du wirst zusehen, wie Menschen getötet, wie sie aufgehängt, wie sie erschossen werden. All das ist nicht neu, nicht wichtig, und nicht einmal besonders interessant. Aber ich rate dir eines: Werde niemals zu einem überzeugten Menschen, zieh keine Schlüsse, urteile nicht und bemühe dich, so einfach wie möglich zu sein. Und merke dir – das allergrößte Glück auf Erden ist der Gedanke, du hättest wenigstens ein bisschen was begriffen vom Leben um dich herum. Du wirst nicht wirklich begreifen, es wird dir nur so vorkommen, als würdest du begreifen, und wenn dir das einige Zeit später wieder einfällt, wirst du sehen, dass du nicht richtig begriffen hast. Und noch ein oder zwei Jahre später erkennst du, dass du dich ein zweites Mal getäuscht hast. Und so ohne Ende. Trotzdem ist dies das wichtigste und interessanteste im Leben.“

 

„Gut“, sagte ich. „Aber welchen Sinn haben diese andauernden Täuschungen?“

 

„Welchen Sinn?“ Witali war verblüfft. „Einen Sinn haben sie wirklich nicht, aber den braucht es auch nicht.“

 

„Das kann nicht sein. Es gibt doch das Gesetz der Zweckmäßigkeit.“

 

„Nein, mein Lieber. Sinn ist eine Fiktion und Zweckmäßigkeit ist ebenfalls eine Fiktion. Schau, wenn du eine Reihe beliebiger Erscheinungen hernimmst und sie analysierst, wirst du erkennen, dass es irgendwelche Kräfte gibt, die ihre Bewegungen steuern, der Begriff Sinn wird jedoch weder bei diesen Kräften noch bei diesen Bewegungen eine Rolle spielen. Nimm eine beliebige historische Tatsache, die als Ergebnis einer langwierigen Politik und Vorbereitung eingetreten ist und einen durchaus klaren Zweck hat. Du wirst erkennen, dass im Hinblick auf die Erreichung dieses Zwecks und nur dieses Zwecks die Tatsache keinen Sinn hat, denn gleichzeitig und, könnte man meinen, aus den gleichen Gründen sind andere, gar nicht vorhergesehene Ereignisse eingetreten und haben alles vollkommen verändert.“

 

Er schaute zu mir her; wir gingen zwischen zwei Baumreihen, und es war so dunkel, dass ich sein Gesicht fast nicht sah.

 

„Das Wort Sinn“, fuhr Witali fort, „wäre nur in dem Fall keine Fiktion, wenn wir über das genaue Wissen verfügten, dass wir, wenn wir so und so handeln, zwangsläufig solche Ergebnisse erzielen und keine anderen. Wenn sich das selbst in den primitiven, mechanischen Wissenschaften nicht immer als unfehlbar erweist, bei klar festgelegten Bedingungen, wie kannst du dann erwarten, es treffe im Bereich der sozialen Beziehungen zu, deren Natur uns unverständlich ist, oder im Bereich der individuellen Psyche, deren Gesetze uns beinahe unbekannt sind? Einen Sinn gibt es nicht, mein lieber Kolja.“

 

„Und der Sinn des Lebens?“

 

Witali blieb plötzlich stehen, als wäre er aufgehalten worden. Es war ganz dunkel, durch das Laub der Bäume war kaum der Himmel zu sehen. Die belebteren Teile des Parks und die Stadt waren weit unten zurückgeblieben, links schimmerte dunkelblau der Romanow-Berg, von Tannen bedeckt. Er kam mir dunkelblau vor, obwohl das Auge jetzt, in der Dunkelheit, ihn hätte schwarz sehen müssen, gewöhnlich schaute ich auf ihn jedoch tags, wenn er tatsächlich dunkelblau war; nun abends nutzte ich meinen Gesichtssinn bloß dazu, um mich an die Konturen des Bergs besser zu erinnern, während meine Einbildungskraft seine Bläue schon bereithielt, gegen alle Gesetze des Lichts und der Entfernung. Die Luft war sehr sauber und frisch, und wie immer drang, in der Stille deutlicher, ein fernes und langgezogenes Klingen zu mir, das in der Höhe erstarb.

 

„Der Sinn des Lebens?“ fragte Witali traurig zurück, und in seiner Stimme meinte ich Tränen zu hören, was ich nicht glauben mochte; ich hatte immer gedacht, diesem tapferen und gleichgültigen Mann seien Tränen unbekannt.

 

„Ich hatte einen Kameraden, der mich ebenfalls nach dem Sinn des Lebens fragte“, sagte Witali, „bevor er sich erschossen hat. Er stand mir sehr nahe, der Kamerad, er war ein sehr guter Kamerad.“ Das Wort „Kamerad“, so häufig wiederholt, schien ihm einen trügerischen Trost zu spenden, da dieses Wort nun, viele Jahre später, ebenso klang wie früher und in der unbeweglichen Luft des menschenleeren Parks ertönte. „Er war damals Student, ich war Offiziersanwärter. Er fragte unentwegt: Wieso braucht es diese schreckliche Sinnlosigkeit des Daseins, dieses Wissen, wenn ich als Greis sterbe, werde ich allen in meinem Sterben zuwider sein, und das wäre gut so – wozu das? Wieso lebt man bis dahin? Dem Tod entgehen wir ohnehin nicht, Witali, verstehst du? Rettung gibt es nicht.“ – „Gibt es nicht!“ rief Witali. „Wieso“, fuhr er fort, „wird man Ingenieur oder Advokat oder Schriftsteller oder Offizier, wieso diese Demütigungen, diese Schande, diese Gemeinheit und Feigheit?“ – Ich sagte ihm damals, es sei auch ein Dasein außerhalb dieser Frage möglich: Lebe, iss Beefsteaks, küsse Geliebte, gräme dich über weibliche Treulosigkeit und sei glücklich. Und Gott bewahre dich vor dem Gedanken, wieso du das alles machst. Aber er glaubte mir nicht, er erschoss sich. Jetzt fragst du nach dem Sinn des Lebens. Ich kann dir keine Antwort geben. Ich weiß es nicht.“

 

- Послушай меня, - говорил  между  тем  Виталий.  -  Тебе  в  ближайшем будущем придется увидеть много гадостей. Посмотришь, как убивают людей,  как вешают, как расстреливают.  Все  о  не  ново,  не  важно  и  даже  не  очень интересно. Но вот что  я  тебе  советую:  никогда  не  становись  убежденным человеком, не делай выводов, не рассуждай и старайся быть  как  можно  более простым. И помни, что самое большое счастье на земле - это  думать,  что  ты хоть что-нибудь понял из окружающей тебя жизни. Ты не  поймешь,  тебе  будет только казаться, что ты понимаешь; а когда вспомнишь об этом через несколько времени, то увидишь, что понимал  неправильно.  А  еще  через  год  или  два убедишься, что и второй раз ошибался. И так без конца. И все-таки это  самое главное и самое интересное в жизни.

 

     - Хорошо, - сказал я. - Но какой же смысл в этих постоянных ошибках?

 

     - Смысл? - удивился Виталий. - Смысла, действительно, нет, да он  и  не нужен.

 

     - Этого не может быть. Есть закон целесообразности.

 

     - Нет, мой милый, смысл - это фикция, и целесообразность - тоже фикция. Смотри:  если  ты  возьмешь  ряд каких-нибудь   явлений   и   станешь   их анализировать, ты увидишь, что есть какие-то силы, направляющие их движения; но понятие смысла  не  будет  фигурировать  ни  в  этих  силах,  ни  в  этих движениях. Возьми какой-нибудь исторический факт, случившийся  в  результате долговременной политики и подготовки и имеющий вполне определенную цель.  Ты увидишь, что с точки зрения достижения этой цели и только  этой  цели  такой факт не имеет смысла, потому что одновременно с ним и по  тем  же,  казалось бы,  причинам  произошли  другие  события,  вовсе  непредвиденные,   и   все совершенно изменили. Он посмотрел на меня; мы шли меж двух рядов деревьев, и было так темно, что я почти не видел его лица.

 

     - Слово "смысл", - продолжал Виталий, - не было бы фикцией только в том случае, если бы мы обладали точным  знанием  того,  что  когда  мы  поступим так-то, то последуют непременно такие, а не иные  результаты.  Если  это  не всегда оказывается непогрешимым даже в примитивных, механических науках, при вполне определенных задачах и столь же определенных условиях, то как  же  ты хочешь, чтобы оно  было  верным  в  области социальных  отношений,  природа которых нам непонятна,  или  в  области  индивидуальной  психологии,  законы которой нам почти неизвестны? Смысла нет, мой милый Коля.

 

     - А смысл жизни?

 

     Виталий вдруг остановился, точно  его  задержали.  Было  совсем  темно, сквозь листья деревьев едва виднелось небо. Оживленные места парка  и  город остались далеко внизу; слева синела Романовская гора, покрытая  елями.  Она казалась мне синей, хотя теперь,  в  темноте,  глаз  должен  был  видеть  ее черной, но я привык смотреть на нее днем, когда она действительно синела;  и тогда вечером я пользовался  моим  зрением  только  для  того,  чтобы  лучше вспомнить контуры горы, а синева ее была уже готова  в  моем  воображении  - вопреки законам света и расстояния. Воздух был  очень  чистый  и  свежий;  и опять, как всегда, в тишине до меня явственнее доносился далекий и протяжный звон, замирающий наверху.

 

     - Смысл жизни? - печально переспросил  Виталий,  и  в  его  голосе  мне послышались слезы, и я не поверил себе; я думал всегда, что  они  неизвестны этому мужественному и равнодушному человеку.

 

     - У меня был товарищ, который тоже спрашивал меня  о  смысле  жизни,  - сказал Виталий, - перед тем как застрелиться.  Это  был  мой  очень  близкий товарищ, очень хороший товарищ, - сказал, часто повторяя слово  "товарищ"  и как бы находя какое-то призрачное утешение в  том,  что  это  слово  теперь, много лет спустя, звучало так же, как раньше, и  раздавалось  в  неподвижном воздухе пустынного парка. - Он был тогда студентом, а я был юнкером. Он  все спрашивал: зачем нужна  такая  ужасная  бессмысленность  существования,  это сознание того, что если я умру стариком и, умирая, буду  отвратителен  всем, то это хорошо, - к чему это? Зачем до этого доживать? Ведь от смерти  мы  не уйдем, Виталий, ты понимаешь? Спасения нет. - Нет!  -  закричал  Виталий.  - Зачем,  -  продолжал  он,  -  становиться  инженером,  или  адвокатом,   или писателем, или офицером, зачем такие унижения, такой стыд, такая подлость  и трусость? - Я говорил ему тогда,  что  есть  возможность  существования  вне таких вопросов: живи, ешь  бифштексы,  целуй  любовниц,  грусти  об  изменах женщин и будь счастлив. И пусть Бог хранит тебя от мысли о том, зачем ты все это делаешь. Но он не поверил мне, он застрелился.  Теперь  ты  спрашиваешь меня о смысле жизни. Я ничего не могу тебе ответить. Я не знаю.